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Wohneigentum als Fata Morgana?

27.04.2017     Walter Locher Präsident HEV Kanton St. Gallen, Kantonsrat

Seit 100 Jahren steht der HEV des Kantons St.Gallen für den Erhalt und die Förderung das Privateigentum ein. Das ist auch in Zukunft wichtiger denn je. Dem Eigentum bläst konstant ein rauher Gegenwind ins Gesicht. Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten: Die Mitglieder des HEV bilden die Basis für eine starke Stimme zum Schutz des Eigentums. Im vergangenen Jahr konnten der HEV Kanton St.Gallen und seine Sektionen schweizweit am meisten zusätzliche Mitglieder gewinnen.

Neidkultur gegen das Eigentum

Privates Eigentum verbindet Freiheit mit Verantwortung, Entscheidung mit Haftung und Rendite mit Risiko. Diese elementaren Grundsätze sind in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft in den letzten Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten. Verantwortung wird vermehrt dem Staat zugewiesen, weil das bequemer scheint. Wer heute auf sein Eigentum hinweist, gilt vorschnell als eigennützig und profitgierig. Mit Kalkül werden auch in der Politik Neid und Ängste geschürt und immer wieder in Form von Volksinitiativen thematisiert, um in kleineren oder grösseren Schritten das Eigentum weiter zu beschneiden oder verteuern.

Wohneigentum soll nicht zur Fata Morgana werden

Eigentum stützt die politische Freiheit. Eigentum muss erworben, veräussert oder auch vererbt werden können – und es soll erschwinglich sein – gerade auch für junge Menschen und Familien. Doch gerade für jüngere Menschen wird der Erwerb vom Wohneigentum immer mehr zu einer Art „Fata Morgana“. Hohe Preise in Kombination mit verschärften Finanzierungsrichtlinien beschneiden die Nachfrage und damit den Traum vom Eigenheim. Eine wachsende Anzahl Haushalte kann die Finanzierung von Wohneigentum aufgrund der gestiegenen finanziellen Anforderungen nicht mehr stemmen. Die vermeintlich tiefen Hypothekarzinsen werden so für viele Haushalte zur optischen Täuschung. 

Wer aber aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, Eigentum zu bilden, wird auch nicht bereit sein, es zu verteidigen oder für seine Zukunft selber vorzusorgen. An die Stelle von Sparen und Kapitalbildung treten Konsum und Verbrauch. So ist es notwendiger denn je, privates Eigentum zu verteidigen und seine Bildung für breite Bevölkerungsschichten zu fördern. Der HEV hat sich dieser Aufgabe verschrieben – seit 100 Jahren. Und er wird das auch im 2. Jahrhundert seines Bestehens tun.

Schweizweit höchster Zuwachs bei den Mitgliedern

So ist es umso erfreulicher, dass der HEV Kanton St. Gallen und die St. Galler Sektionen im vergangenen Jahr im schweizweiten Vergleich den höchsten Zuwachs bei den Mitgliedern ausweisen konnten. Es wird trotz dieses Erfolgs – aufgrund von demografischen Entwicklungen, Trends zur stärkeren Verdichtung von Wohnraum sowie dem immer späteren Erwerb von Wohneigentum – eine Herausforderung bleiben, unsere starke Basis zu erhalten und weiter zu stärken.

Jubiläum bewegt unsere Mitglieder

Die zahlreichen Wettbewerbe in den Sektionen, bei denen Tickets für eine gemeinsame Sondervorstellung im Circus Knie Ende April gewonnen werden konnten, haben grosses Interesse ausgelöst und zu vielen Zuschriften geführt. In diesem Heft werden die ersten Gewinner des Fotowettbewerbs (siehe S. 30) in der Kategorie «Winter» prämiert. Falls es zum Gewinnen noch nicht gereicht hat: nutzen Sie die weiteren Aktionen im Verlaufe des Jubiläumsjahrs! Reichen Sie weitere Schnappschüsse rund ums Haus- und Wohneigentum ein! Und à propos: Die Jubiläumsschrift «100 Jahre HEV Kanton St. Gallen» werden Sie bereits mit dem nächsten St. Galler Hauseigentümer (Erscheinungsdatum Ende Juni) erhalten.