• Auch das noch!

Auch das noch!

11.08.2017    

Wissen Sie noch? Auch wir waren einmal jung, suchten eine schöne Frau zum Verlieben und Heiraten. Im Dorf hiess es damals noch, findet eine Frau bis 30 keinen Mann, wird aus ihr eine alte Jungfer, oder sie bekommt zumindest Torschlusspanik. Einem Mittdreissiger ohne Frau prophezeite man, er würde nie mehr eine finden, oder, wie mein Vater zu sagen pflegte: «Eher kommt ein Witwer zu drei, als ein alter Junggeselle zu einer Frau.» Und so war es meist auch.

Wir jungen Leute waren verliebt, heirateten und wurden glücklich. Zu diesem Glück sollten auch Kinder und ein eigenes Heim gehören. Wir sparten also, machten keinen Urlaub, fuhren ein altes kleines Auto und sparten noch mehr. Und dann war das erste Kind angesagt. Ich vergesse nie mehr, wie mich meine Frau in der Nacht weckte und meinte, es sei soweit. Ich war so nervös, rief das Spital an, und wir fuhren los. Im Krankenhaus begann dann das grosse Warten. Die ersehnte Tochter wollte nicht so schnell ans Tageslicht. 16 Stunden dauerte die Prozedur. Das ging mir zu lange, und ich ging zur Arbeit. Nach der Arbeit wieder ins Spital, am nächsten Tag wieder zur Arbeit. Jetzt aber als sehr stolzer Vater. Und dann kam die Mutter nach Hause, ich nahm eine Woche Ferien, und alles war gut. Das Glück vollkommen.

Und heute? Gewerkschaften und weitere Organisationen, inklusive Exponenten der CVP, haben die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» eingereicht. Die Zeit nach der Geburt sei wichtig für die Familie. Und weil das Zusammensein so wichtig ist, soll der geforderte Vaterschaftsurlaub innerhalb eines Jahres genommen werden können! Also nicht zwingend nach der Geburt. In den Monaten nach der Geburt kann aber schon wieder alles anders sein, und das Kind im Hort, was auch wieder der Staat bezahlen soll. Und woher hat der das Geld? Eine Tasse Kaffee pro Jahr würde das Ganze den Steuerzahler kosten, meinen die Initianten. Sehr teuren Kaffee trinken die, denn total kostet der Vaterschaftsurlaub 380 Millionen Franken. Als Entgelt für den Vater wegen der schweren Geburt? Wenn sich auch die Väter von der Geburt erholen müssen, dann sollen sie regulär Ferien beziehen. Davon hat man ja heute auch mehr als früher. Wir blähen den Sozialstaat auf, und irgendwann ist dann alles zu teuer. «Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.» Das gibt es heute nicht mehr. Eher: «Verbrauche in der Zeit, dann hast du nichts in der Not.»

Ihr Ansgar Gmür

«Ich möchte dich aufklären», sagt die Mutter zu ihrer 16-jährigen Tochter, «denn in sieben Monaten bekommst du ein Schwesterchen.» «Nicht nötig, Mami. In sechs Monaten wirst du Oma.»

Eine junge Frau bekommt Zwillinge und weint ununterbrochen. Da fragt die Hebamme besorgt, warum sie denn so weine. Die junge Frau antwortet: «Ich weiss nicht, von wem das Zweite ist!»