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Japan in den eigenen Garten holen

15.03.2018     RALPH HOFFMANN, Mitinhaber Gartencenter Hoffmann AG, Leiter Abteilung Terrassengestaltung

Gartenteich – Für japanisches Flair braucht man nicht unbedingt in die Ferne zu schweifen. Ein japanischer Garten lässt sich auch im eigenen Grün und mit Steinen und Pflanzen aus der Schweiz realisieren.

Ein Biotop im Garten kann äusserst facettenreich sein. Meist versucht man damit, ein Stück Natur in möglichst perfekter Art und Weise darzustellen. In der japanischen Gartenkultur herrscht diese Perfektion überall vor: Jeder Stein, jedes Gehölz und alle Stauden werden nach klaren Vorgaben arrangiert. Vielleicht stimmt die Aussage im Kern, dass ausschliesslich Japaner diese Kunst beherrschen. Wir Schweizer Gartenbauer versuchen aber, die japanische Gestaltung auf unsere lokale Art und Weise nachzuahmen und arbeiten dafür mit denjenigen Materialien und Gewächsen, die sich hierzulande verwenden lassen.

Wasserelement – richtig geplant

Die Planung eines Teiches beginnt immer damit, dass man dessen Lage und Grösse festlegt. Die Tiefe und Grösse bestimmen dann auch das mikrobiologische Leben im Gewässer. Der Teich sollte also nicht zu klein sein. Damit keine Staubereiche entstehen, sorgt eine Wasserumwälzung für die Zirkulation. Das Wasser wird über einen Teichfilter, der ausserhalb des Beckens in einem Schacht versteckt ist, gepumpt und fällt in einem Wasserfall wieder zurück ins Biotop. Damit das funktioniert, platziert man den Skimmer am gegenüberliegenden Ufer, wo der Oberflächenschmutz durch Wind und Wasserfluss hingetragen wird. Der Filter reinigt das Wasser vom gröbsten Schmutz, und durch den eingebauten Ultraviolett-Filter wird zudem die Algenbildung unterdrückt.

Steine und Pflanzen auswählen

Auskleiden kann man den Teich mit Flusssteinen und wenigen dezenten Wasserpflanzen. Charakter und Einmaligkeit entstehen aber durch massive Alpenkalksteine aus der Schweizer Bergwelt. Diese natürlich ausgewaschenen Steine mit ihren Furchen und Löchern passen perfekt zum Teich. Im Wasser werden sie beinahe schwebend auf einem Sockel platziert, und auch in den Pflanzflächen sind sie passend eingebettet. Über entsprechend geformte Steine fällt der Wasserfall mit einem sanften Rauschen in den Teich und bringt so eine unvergleichliche Stimmung in die Szenerie.

Im gezeigten Beispiel dominiert ein grosser Mädchenkiefer-Bonsai die Bepflanzung. Er steht am sonnigsten Platz des Teiches. Am Ufer und im perfekten Blickwinkel zum Wohnzimmer findet sich auch ein alter Ahorn-Bonsai. Die gesamte Bepflanzung ist mit immergrünen Bodendeckern wie Sternmoos, Japangras und weiteren geeigneten Gewächsen eingearbeitet. Nicht fehlen dürfen ausserdem Kugelgewächse bestehend aus Azaleen, Eiben und Prachtglocken, die durch ihre schöne Färbung im Herbst ein Naturspektakel liefern.

Um den Teich herum führt ein Weg, auf dem die Gartenbesitzer verweilen und zuschauen können, was im und um den Teich herum passiert. Der mit grünen Kieseln ausgebettete Weg benötigt regelmässigen, aber geringen Unterhalt. Rückschnitte an Bonsai und Kugelbepflanzung sind jährlich vorzunehmen. Bis sich die bodenbedeckten Flächen ganz geschlossen haben, muss eventuell etwas gejätet werden. 

Auch in der Nacht ein Blickfang

Und damit das Naturschauspiel auch in der Nacht zu sehen ist, sind 15 Leuchten an den geeigneten Positionen angebracht. Diese rücken den Wasserfall – über und unter Wasser – ins rechte Licht, und auch die Pflanzen mit ihren intensiven Farbtönen werden perfekt in Szene gesetzt. Gesteuert wird die Beleuchtung über einen Schalter im Wohnzimmer. Denn die Aussicht auf den japanischen Gartenteich ist von hier aus die beste.